Hoher Burgstall


 

 

 

Früh um 4.30 Uhr hat der Wecker geklingelt. Langsam quäle ich mich aus dem Bett. Langsam registriere ich, was heute für ein Tag ist. Heute ist Montag, der 25. Juni 2018. Es ist der Tag, wo es in das Stubaital geht zum wandern. Darauf freue ich mich schon lange. Gegen 6 Uhr holt mich mein Arbeitskollege ab und dann geht es los. Vor uns liegen knapp 5,5 h Autofahrt. Unser Ziel ist die Schlick 2000 Bahn in Fulpmes. Aber zu erst geht es in die Tourist-Info um uns den Wanderpass zu besorgen. Mit diesem Wanderpass kann man an verschiedenen Stationen Stempel bekommen und jeder Stempel ist zwischen 1 und 3 Punkte wert. Bei einer gewissen Anzahl gibt es dann die Wandernadel in Bronze, Silber oder Gold.

 

Nun geht es zur Seilbahn. Die Bergfahrt zum Kreuzjoch dauert ungefähr 15 Minuten und kostet 13,30 Euro. Leider ist das Wetter noch nicht so gut und so sehen wir nicht viel vor Wolken und Nebel. Oben angekommen entscheiden wir uns den Umweg von 20 Minuten in Kauf zu nehmen, um noch auf den Gipfel des Kreuzjoch zu steigen. Aber zuvor holen wir uns unseren ersten Stempel im Wanderpass in dem Panoramarestaurant ab.

 

Nun kann es endlich losgehen. Die erste Schwierigkeit ist gemeistert und wir sind auf den Gipfel vom Kreuzjoch (2.210 m). Die tiefhängenden Wolken lassen uns nur erahnen, wie schön die Aussicht sein muss. Nach dem obligatorischen Eintrag im Gipfelbuch haben wir den Weg zur Sennjoch-Hütte eingeschlagen. Dort gibt es den zweiten Stempel im Wanderpass. Bis hierhin war der Weg ganz in Ordnung und es gab nur ein paar wenige Anstiege. Jetzt geht es steiler nach oben und langsam merke ich, dass ich leider nicht so fit bin, wie ich gerne wäre. Glücklicherweise gibt es ein paar Bänke zum Ausruhen. Nun gabelt sich der Weg. Zum Burgstall müssen wir den Pfad nach rechts weiter. Geradeaus geht es zur Starkenburger Hütte. Dies ist zwar unser Tagesziel, aber wir wollen zuerst auf den Hohen Burgstall. Nun geht der Weg fast immer Bergan, bis wir zum Burgstalljoch auf 2422m Höhe kommen. Hier haben wir die Möglichkeit den Südanstieg mit angegebenen 40 Minuten oder den direkten Anstieg mit 30 Minuten Weg zum Gipfel des Hohen Burgstall zu wählen. Wir entscheiden uns nach rechts zu gehen, um den kürzeren Weg zu wählen. Zwischen Geröll nehmen wir immer mehr an Höhe zu. Plötzlich stehen wir da und blicken auf die Wand. Haben wir den falschen Weg gewählt? Vor uns liegt eine Kletterpassage von ca. 15 Höhe. Glücklicherweise gibt es ein paar Tritthilfen und ein Stahlseil. Jedoch wird uns schnell ganz mulmig. Wie sollen wir das nur schaffen. Da hilft nur eins – zu Beten und zu klettern. Nachdem wir unsere anfänglichen Ängste überwunden hatten, ging es dann auch sehr gut. Am Ende der Kletterpassage ist der Gipfel schon ganz nah. Noch ein paar Schritte am Stahlseil entlang und wir stehen oben auf den Hohen Burgstall. Der Gipfel liegt auf 2.611m Höhe. Wow! Was für ein Gefühl! Wir können es kaum glauben. Nach einigen Fotos und dem Eintrag im Gipfelbuch geht es weiter zur Starkenburger Hütte. Dabei gibt es kaum Schwierigkeiten, außer Geröll auf dem Weg. Kurz nach 17 Uhr kamen wir erschöpft und müde in der Hütte an. Von hier aus hat man einen fantastischen Ausblick. Diesen genießen wir und versuchen es fotografisch festzuhalten.

 

So endet unser erster Tag.