Wegekategorie/Schwierigkeitsgerade


Vielleicht kennen Sie das auch. Sie blättern in einer Zeitschrift in der schöne Bergtouren vorgestellt werden. Sie träumen schon davon, selbst einmal dort zu stehen und die Natur zu genießen, die saubere Bergluft einzuatmen oder ein schönes Foto aufzunehmen. In Gedanken sehen sie sich bereits schon dort. Doch schnell werden Sie in die Realität zurückgeholt und fragen sich, ob Sie in der Lage sind, die Strecke zu laufen oder den Berg zu erklimmen. Schnell suchen Sie nach dem Schwierigkeitsgrad und dort steht „einfach“, „mittelschwer“, „schwer“ oder „Alpine Route“. Vielleicht steht nicht mal ein Wort da, sondern nur die farbliche Kennzeichnung blau, rot oder schwarz. Doch was bedeutet dies und sind diese Touren etwas für mich?

 

Grundsätzlich muss man erstmal sagen, dass es weltweit keinen einheitlichen Standard zur Klassifizierung von Bergwegen gibt. Es gibt nicht mal eine einheitliche Klassifizierung im Alpenraum. Die bekannteste Klassifizierung stammt aus den bayrischen Alpen und aus dem österreichischen Bundesland Tirol und Salzburger Land. In diesen Regionen ist die Bedeutung der farblichen Markierung annähernd identisch. Im Gegensatz dazu ist die Markierung in der Schweiz, im Allgäu und in Vorarlberg auch wieder fast gleich.

 

Bevor ich die unterschiedlichen Markierungen vorstelle, schauen wir uns erstmal die grundsätzliche Bedeutung der Einteilung der Wege in „einfach“, „mittelschwer“, „schwer“ und „Alpine Route“ an. 

 

Einfache Bergwege:

Einfache Bergwege können auch mal steil ansteigen und sind oft schmal. Jedoch gibt es kaum ausgesetzte Passagen. Und wenn es solche gibt, dann sind diese übermäßig gut gesichert, dass es bei korrekter Nutzung praktisch keine Absturzgefahr gibt. Trotz der „Einfachheit“ der Wege ist immer gutes Schuhwerk Voraussetzung, wobei es sich dabei auch um Turnschuhe mit rutschfester Sohle handeln kann. Diese Wege sind besonders geeignet für Anfänger, Genusswanderer und Familien (meistens nicht kinderwagengeeignet). Auch hier gilt, stets auf dem Weg zu bleiben und keine Abkürzungen einschlagen. In manchen Regionen werden auch Talwege als einfache Bergwege gekennzeichnet.

Mittelschwere Bergwege:

 

Mittelschwere Bergwege sind überwiegend schmal und oft auch mal steil. Nicht selten kommen auch mal absturzgefährliche Passagen vor, die meistens mit einem Drahtseil oder Eisenbügel gesichert sind. Diese versicherten Wegabschnitte sind jedoch nur kurz. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind ebenso eine Voraussetzung wie Bergschuhe mit rutschfester Sohle. Diese Wege sind nicht zu unterschätzen und Ungeübte sollten lieber auf einen Bergwanderführer zurückgreifen.

Schwere Bergwege:

Schwere Bergwege sind oft steil, schmal und absturzgefährlich. Die Stöcke sind oft am Rucksack zu verstauen, da gehäuft versicherte Gehpassagen sowie einfache Kletterstellen vorkommen, bei dem die Hände gebraucht werden. Dadurch sind Schwindelfreiheit und Trittsicherheit eine wichtige Voraussetzung zum Begehen der Wege. Besonders bei Gewittergefahr sind exponierte Stellen und Drahtseile rechtzeitig zu meiden. Diese Bergwege sind nur für Bergwanderer mit Erfahrung und Ambitionen für das Bergsteigen geeignet. Wer sich unsicher fühlt sollte hier unbedingt auf eine geführte Tour zurückzugreifen.

 

Alpine Route:

Wie das Wort schon sagt führen Alpine Routen in das hochalpine Gelände. Markierungen und gewartete sowie versicherte Steige sucht man hier vergebens. Demzufolge erfordern solche Routen ein ausgezeichnetes Orientierungsvermögen, hochalpine Erfahrung sowie eine sichere Gelände- und Wetterbeurteilung. Karte, Kompass und GPS-Gerät sind unabdingbar, um regelmäßig den aktuellen Standort und die Route zu bestimmen. Angepasstes Schuhwerk versteht sich von alleine. Auch sollte man niemals alleine dort unterwegs sein. Diese Wege sind nur bei guter Sicht und guten Wetterbedingungen zu begehen.

 

Die Markierungen:

 

Hier möchte ich Ihnen einen kurzen Überblick über die Markierungen der unterschiedlichen Bergwege geben. Wobei noch gesagt werden muss, dass der Übergang zwischen den einzelnen Kategorien nicht geregelt ist. Das heißt in Tirol kann ein Weg als „mittelschwerer Bergweg“ gekennzeichnet sein. Wäre dieser Weg im bayrischen Alpenraum wäre dieser aber mit „schwerer Bergweg“ gekennzeichnet. Gerade im Grenzbereich zwischen den einzelnen Kategorien hängt es von der Region ab, wie diese gekennzeichnet werden.

Wer sich noch immer unsicher ist kann auch die Homepage des Deutschen Alpenvereins besuchen. Dort gibt es einen kleinen Fragebogen im Punktesystem. Das Ergebnis der Punkte zeigt an, welche Kategorie des Weges für einen geeignet ist.

 

https://www.alpenverein.de/bergsport/sicherheit/bergsteigen/trittsicherheit-und-kondition-beim-wandern-bergwandercard-hilfe-zur-tourenplanung_aid_10443.html

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Letzte Änderung:

05.04.2021

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